Chinchilla-Anschaffung & Kosten

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Chinchilla-Anschaffung & Kosten

Beitrag von Kaktus am So 20 Sep 2009 - 8:47

Vor der Anschaffung

Folgende Fragen sollte sich jeder potenzielle Chinchilla-Halter vor der Anschaffung stellen:

* Bin ich bereit, die Tiere so artgerecht wie möglich zu halten und zu ernähren d.h. mit mindestens einem Artgenossen; großes Gehege/bestenfalls eigenes Zimmer; täglich abwechslungsreiche, ausgewogene Kost?

* Passen Chinchillas denn überhaupt zu mir (nachtaktiv, keine Kuschel- und Tragetiere, reine Beobachtungstiere, Charaktertiere z.B. oft sehr eigenwillig, etc.)?

*Ist meine Familie / mein Partner mit den Haustieren einverstanden?

* Sind alle Mitbewohner allergiefrei (Einstreu, Tier, Sand etc.)?

* Bin ich finanziell in der Lage, mir Chinchillas zu leisten?

* Kann ich dauerhaft (Chinchillas können sehr lange leben!) genügend Zeit aufbringen (Auslauf, Abwechslung, Tierarzt, Saubermachen, Füttern, etc.)?

* Bin ich bereit für meine Tiere ein neues artgerechtes Zuhause zu suchen, falls ich sie irgendwann mal doch abgeben müsste (Krankheit etc.)?

* Ist Betreuung während meiner Abwesenheit (Arbeit, Urlaub, Krankheit) gewährleistet?


Erst, wenn alle Fragen mit "ja" beantwortet werden können, sollte eine Chinchillaanschaffung in Frage kommen.



Im Gegensatz zu vielen anderen Nagern sind Chinchillas in der Haltung sehr anspruchvoll.


Anschaffungs- und Laufkosten

Um Chinchillas artgerecht zu halten, fallen folgende Kosten in der Anschaffung und Haltung an:


Chinchilla
zwischen 0 und 300 Euro je nach Herkunft und Farbschlag

Unterkunft
zwischen 200 und X Euro für Voliere oder Eigenbau

Einrichtung
ca. 100 - 200 Euro

Ernährung
ca. 20-30 Euro pro 2 Tiere und Monat (naturnahe Ernährung), wenn man viele Pflanzen selber sammelt auch deutlich weniger; bei PHW-Ernährung (= Pellets, Wasser, Heu + Leckerchen) nur wenige Euro, wobei ich von dieser Fütterungsart abrate, da Alleinfuttermittel-Pellets nichts mit der Ernährung in der Natur zu tun haben und gesundheitsschädigend sein können

Tierarzt
ab 10 bis mehrere Hundert Euro für einmaligen Tierarztbesuch - je nach dem was gemacht werden muss; die Therapie einer ernsthaften Erkrankung kann die Kosten schnell ins Unergründbare treiben

Sonstige
regelmäßige Anschaffung von neuem Nagematerial; Wechsel beschädigter Einrichtung; Reparaturen der Unterkunft etc. ca. 0-30 Euro im Monat


Woher Chinchillas nehmen?

Meine Erfahrung und der Austausch mit anderen Haltern zeigte, dass es sich stark anbietet, Notfalltiere aufzunehmen z.B. aus Auffangstationen, Tierheimen oder privaten Pflegestellen. Auch ist es denkbar Second-Hand-Tieren aus dem Internet oder Zeitung ein neues Zuhause zu schenken, die aus diversen Gründen abgegeben werden. Auf www.deine-tierwelt.de oder www.kijiji.de. werden täglich mehrere dutzend Chinchillas, teilweise sehr günstig bis gratis, angeboten. Weitere Adressen, wo man Chins finden kann, findet ihr hier.

Möchte man Jungtiere haben und findet an den oben genannten Adressen keine, so bietet sich ein Züchter an. Jedoch Vorsicht! Die meisten Züchter haben von ihrem Handwerk keine oder kaum Ahnung und züchten nach Farben und nicht nach Qualität.

Ein vertrauenswürtiger Züchter sollte folgende Kriterien erfüllen:


1. Keine Unterstützung von Einzelhaltung
Der Züchter gibt seine Tiere nicht in Einzelhaft ab, sondern zu bereits vorhandenen Tieren oder verkauft Paare/Gruppen.


2. Artgerechte Haltung
Der Züchter hält keine 2-5 Chinchillas in einem 1m*1m*0,5m Käfig (offizielle Mindestmaße, die jedoch praktich gesehen ein Witz und Tierquälerei sind) mit kaum Einrichtung. Die Tiere sollten genug Bewegungsraum - mehr als diese Mindestmaße, und Beschäftigung- z.B. Korke, Zweige, etc., haben.


3. Artgerechte Ernährung
Der Züchter ernährt seine Tiere artgerecht. Die Ernährung ist ausgewogen und gesund. Ene reine P-H-W-Diät ist in jedem Falle abzulehnen.
Mitterweile gibt es ein paar Züchter, die ihre Tiere sogar relativ naturnah ernähren.


4. Fachkompetenz
Der Züchter kennt sich mit der Tierart bestens aus, bildet sich stets weiter, ist offen für Neues und kann den Halter gut beraten. Er richtet sich nicht nach den Großzüchtern.


5. Klar erkennbare Zuchtausrichtung
Der Züchter kennt sich mit seinem Handwerk aus, er züchtet gewissenshaft nur mit gesunden, vitalen Tieren und nimmt Tiere mit Mängeln aus der Zucht raus. dazu gehören regelmäßige Bescuhe eines Tierarztes und stetige Gesundheitskontrolle. Ein guter Züchter achtet auf die Gesundheit und nicht die Farbe. Zudem sollte ein guter Züchter ein klares Zuchtziel besitzen, sich im besten Falle auf einen Farbschlag spezialisieren und nicht wild alle möglichen, angesagten, "bunten" Tiere "produzieren".


6. Abgabe, weitere Beratung
Die Tiere werden nur an Halter abgegeben, die sich mit der Tierart auskennen oder willig sind, sich vom Züchter genaustens beraten zu lassen. Die Halter sollten die Chins artgerecht halten und ernähren, eine Vor-oder Nachkontrolle wäre denkbar. Der Züchter sollte mit den neuen Besitzern in Kontakt bleiben und für alle Fragen auch in Zukunft offenstehen.


Eine gute Zoohandlung ist schlechten Züchtern vorzuziehen.
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